Die Suche der Indigos aus www.märchen-der-weisheit.de

Die Suche der Indigos

 

Fortsetzung von "Die Indigo-Kinder"

 

Im Internet wie auch einigen Büchern kann man Beschreibungen finden, in denen die Eigenschaften und Kennzeichen von Indigos aufgelistet sind. Leider sind diese jedoch meistens so allgemein gehalten, dass sie, wenn man sie in der gewünschten Weise interpretiert, auf viele Menschen passen. Daher wird gemunkelt, Eltern "schwieriger" Kinder würden ein wenig zu schnell und zu gerne in ihren Sprösslinge Indigos sehen (und damit etwas Besonderes) - denn so müssten sie sich nicht ihren Erziehungsfehlern stellen.

 

Ob das wirklich den Tatsachen entspricht, ist nicht sicher, doch kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass Eltern leichtfertig mit diesem Thema umgehen. Man darf ja auch nicht vergessen, dass mit einer falschen Behauptung niemandem ein Gefallen getan wäre - weder den Eltern noch ihren Sprösslingen -, da die Kinder mit der Bürde, etwas Besonderes sein zu müssen, nur unnötig belastet werden würden. Abgesehen davon wäre es vermutlich einfacher, gewisse Erziehungsfehler zu korrigieren, als im Umfeld eines Indigos zu leben, der auf der Suche nach seiner Fährte jeden Stein umgräbt und alles aufdeckt, was andere sorgsam zu verstecken versuchen.

 

Das Beste ist daher wahrscheinlich, sich weniger mit der Frage zu beschäftigen, ob es Indigos gibt und ob ein spezielles Kind dazu gehört oder nicht, sondern sich zu überlegen, wie man einem potentiellen Indigo bei seiner Suche nach der "tiefen Verbindung zum Geist" helfen kann.

 

Nun ist der Begriff "Geist" leider schwer zu fassen und wird auch im Sprachgebrauch nicht einheitlich verwendet. Die einen sehen darin alle Fähigkeiten des Verstandes bezüglich der Wahrnehmung, während sich andere darunter ein körperloses Wesen vorstellen, und wieder andere denken dabei an den "Heiligen Geist". Die auf den ersten Blick vollkommen verschiedenen Deutungen haben jedoch etwas gemeinsam: sie beschreiben alle etwas Lebendiges, das sowohl unabhängig vom als auch jenseits des Körperlichen liegt. So spricht die erste Gruppe davon, jemand sei geistreich, wenn dieser einen lebendigen Verstand oder andere Wahrnehmungen hat; die zweite Gruppe mag zwar in einem Geist einen Toten sehen, doch so richtig tot ist er wiederum nicht, sondern vielmehr auf mysteriöse Weise ohne Körper lebendig. Und was den "Heiligen Geist" anbelangt, den "Atem Gottes", so stellt dieser eigentlich den Inbegriff der Lebendigkeit dar, denn er soll ja die Dinge und Wesen beseelen, sie also lebendig machen.

 

Lebendigkeit ist jedoch nicht automatisch dadurch vorhanden, dass wir körperlich existieren. Es heißt, wir fühlen uns nur dann lebendig, wenn wir "uns selber leben", wenn wir nach dem leben, was uns unser Inneres sagt, anstatt uns nach dem zu richten, was die Gesellschaft oder die jeweilige Gegebenheit uns zu diktieren versucht. Je mehr Teile in uns lebendig sind, umso lebendiger sollen wir uns fühlen.

 

Noch viel lebendiger, wenn nicht sogar vollkommen lebendig, soll man sein, sobald man zusätzlich zu den bereits vorhandenen Teilen ein weiteres Teil in sich zu aktivieren (beziehungsweise zu leben) vermag - eines, das entweder neu ist, oder das noch nie zuvor aktiviert wurde. Dieses neue Teil in uns zu integrieren soll das eigentliche Lebensziel sein - der Grund, warum wir auf die Welt gekommen sind.

 

All das, was die Lebendigkeit im Leben und das Lebensziel anbelangt, gilt jedoch für jeden von uns - egal ob Indigo oder nicht. Und das ist das Merkwürdige daran, denn eigentlich stellt die vermeintliche Suche der Indigos nach einer tiefen Verbindung zum Geist gar nichts Besonderes dar, wenn wir doch alle danach streben.

 

Der einzige Unterschied besteht darin, dass "normale" Menschen die Wahl haben, ob sie nach Lebendigkeit (einer Verbindung zum Geist) suchen, während Indigos diese Wahl nicht besitzen. Indigos müssen, da dies anscheinend bei ihnen fest einprogrammiert ist, ihre Suche unerbittlich vorantreiben. Dabei spielt es weder eine Rolle, ob sie dies wollen oder nicht, noch wie stark die Widerstände sein mögen; ihre Suche hat Vorrang, und das bedeutet zuerst die Fährte finden, um dieser dann bis zum Ende zu folgen. 

 

Das ist sicherlich sehr schwer und für die Betroffenen auch ausgesprochen bitter. Wie viel einfacher und angenehmer wäre es, sich an das zu halten, was andere einem vorgeben, die Wege zu gehen, die schon so viele vor ihm gegangen sind. Aber das ist Indigos leider nicht möglich. Sie müssen ihren eigenen Weg gehen, auch wenn das bedeutet, ihr gesamtes Umfeld gegen sich aufzubringen. Selbst besondere Fähigkeiten, die sie besitzen mögen, kann man da kaum als Ausgleich bezeichnen. Und so sind die Indigos, falls es sie gibt, eher zu bedauern als zu beneiden.

 

Wer einem potentiellen Indigo helfen will, hat es nicht leicht, da man ihm bei seiner Fährtensuche nicht beistehen kann - denn da muss ein Indigo schon allein durch.

Was man jedoch tun kann, ist, ihm ein harmonisches, ruhiges und vor allem ehrliches Umfeld zu schaffen, eine Art Ruheraum, in dem er von der hektischen und anstrengenden Außenwelt entspannen und die vielen Informationen des Tages verarbeiten kann. Auf der äußeren Ebene könnte ich mir dabei durchaus vorstellen, dass eine gediegene Einrichtung und ein freundliches Miteinander ein wenig bewirken können, denn Anregungen hat ein Indigo ja schon zu viel.

 

Doch letztlich wird auch das ruhigste Zuhause keine Entspannung bringen können, wenn die Harmonie nur vorgespielt wird, oder wenn innerhalb der Familie ungesunde Strukturen herrschen - was, wie zu vermuten ist, sehr häufig der Fall sein könnte.

 

Daher wird man einem Indigo am besten dadurch helfen können, dass man sich aufmacht und sich auf seine eigene Suche macht - der Suche nach Wahrheit, nach Lebendigkeit, nach Ganzheit, nach sich selbst.

 

Das mag einem sehr schwer fallen, aber immerhin tut man es aus Liebe zu seinem Indigo-Kind - einen besseren Grund wird man kaum finden. Und nebenbei gesagt, glaube ich auch nicht, dass man rein zufällig im Umfeld eines Indigos lebt; vielleicht ist die Zeit einfach reif dafür, sich auf den Weg zu machen.

 

Für alle, die sich auf der Suche befinden oder es zumindest in Erwägung ziehen - ob Indigo oder nicht -, sind die "Märchen der Weisheit" entstanden.

 

Sie handeln von Suchenden und deren Erlebnissen, geben aber zusätzlich eine Menge Informationen über die verschiedensten Bereiche des Lebens und der Welt. Mit dem, was man gewöhnlich mit Märchen verbindet, haben sie nicht viel gemeinsam - und das ist auch so beabsichtigt. Denn sie sind für die Zukunft geschrieben, für die "Neue Welt" - den Ort, an den alle Suchenden hinstreben.

 

Das gilt auch und gerade für Indigos. Sie sollen nämlich nicht die "Neuen Kinder" sein, wie man immer wieder einmal hört, sondern vielmehr deren Wegbereiter darstellen. Die wirklichen "Neuen Kinder", oder zumindest die erste Generation von ihnen, nennt man Kristallkinder.


Über sie werde ich im nächsten Beitrag schreiben.

© Diana Weisheit 2015