Die Indigo-Kinder aus www-maerchen-der-weisheit.de

Die Indigo-Kinder

20.12.2014

Indigo ist ein Farbton; genauer gesagt der letzte Blauton vor dem Violett. In diesem Farbton sehen Auraleser das energetische Feld eines Menschen, wenn sie von einem Indigo beziehungsweise Indigokind sprechen. Das Besondere daran ist, dass dieser Farbton nach den Angaben einiger Auraleser vor etwas über fünfzig Jahren zum ersten Mal (und auch nur vereinzelt) gesehen wurde, mittlerweile jedoch immer häufiger bei Kindern vorkommt.

 

Natürlich hat man sich gefragt, ob und was dies zu bedeuten hat, da die Aura sehr viel über einen Menschen aussagt. Nun hat zwar jede Aura viele Schichten und auch mehrere Farbtöne. Auf der Seelenebene jedoch, die nach meinen Informationen diejenige ist, die von den Auralesern übli- cherweise wahrgenommen wird, ist der Farbton wohl konstant und eindeutig.

 

Aus diesem Grund hat man Kinder mit indigofarbener Aura näher betrachtet und festgestellt, dass sie sich anders verhalten als andere Kinder. Dadurch hegt man die Vermutung, sie seien die bereits pro- phezeiten "Neuen Kinder", durch die ein neues Zeitalter entstehen würde.

 

Ob diese Vermutung zutrifft oder nicht, weiß man nicht, da sie zum jetzigen Zeitpunkt wohl genauso wenig bewiesen wie widerlegt werden kann. Ich denke jedoch, man sollte die Möglichkeit, dass sie zu- treffen könnte, in Betracht ziehen. Denn wenn diese Indigo-Kinder tatsächlich grundlegend anders sind als frühere Generationen, dann ist es dringend geboten, ihre Andersartigkeit zu verstehen - einmal um ihnen besser helfen zu können und gleichzeitig um die Menschen in ihrem Umfeld zu entlasten.

 

Es ist nämlich so, dass Indigo-Kinder nicht gerade als Vorzeigekinder bezeichnet werden können: sie gelten als hochsensitiv (was man auch als Überreiztheit ansehen kann), lehnen Autoritäten ab (die einen halten es für ein neues Bewusstsein, die anderen für Aufsässigkeit), haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und fallen in Gruppen häufig auf.

 

Viele behaupten daher, die Kinder litten am ADS- oder ADHS-Syndrom (Aufmerksamkeitsdefizit- störungs-Syndrom mit oder ohne Hyperaktivität), das heutzutage bei einigen Prozent der Kinder auftritt. Falls die Theorie von den "Neuen Kindern" mit indigofarbener Seelenaura zutreffen sollte, wäre diese Gleichsetzung von ADS/ADHS und Indigo-Kindern schon allein deswegen fraglich, weil es die Erscheinung  des Zappel-Philipps oder Hans-Guck-in-die-Lufts wohl schon immer gegeben hat (zum Beispiel im "Struwwelpeter" von 1845) und nicht erst seit etwa 50 Jahren, dem wie gesagt ersten beobachteten Auftreten der indigofarbenen Aura.

 

Nun ist es so, dass die Seelenebene nach allgemeiner spiritueller Auffassung die Lebensaufgabe eines Menschen repräsentiert, und so steht auch jeder Farbton für eine bestimmte Lebensaufgabe. Bei dem Farbton "Indigo" ist es "Die tiefe Suche nach Verbindung zum Geist". Was es mit der "Verbindung zum Geist" auf sich hat, darauf werde ich im zweiten Teil eingehen - auf alle Fälle sollen Menschen mit der Aurafarbe Indigo auf der "tiefen Suche" danach sein, und das erklärt meines Erachtens viel über ihr unangepasstes und auffälliges Verhalten:

 

Etwas zu suchen - sei es die zweite Socke, etwas Leckeres zu essen, ein neuer Job, die große Liebe oder sonst was - ist nicht gerade angenehm. Man hat das Gefühl, nicht vollständig zu sein, bis das Gewünschte gefunden ist, und so konzentriert sich alles Denken, Fühlen und Handeln auf die Suche nach dieser einen Sache. "Das muss doch irgendwo sein", heißt es dann für gewöhnlich, oder "…ich werde noch verrückt…". Ein wenig anders und gleichzeitig viel schwieriger verhält es sich, wenn man das unbestimmte Gefühl des Mangels hat, ohne zu wissen, wonach man überhaupt sucht. Dann schaut man hier, stöbert da, probiert dies oder versucht in sich hineinzuhorchen, immer in der Hoffnung, wenigstens einen kleinen Anhaltspunkt darauf zu erhalten, in welcher Richtung man fündig werden könnte.  

 

Wenn es nun zutrifft, dass Indigos die Suche als Lebensaufgabe haben, sie bei ihnen gewissermaßen fest einprogrammiert ist, müssen sie dementsprechend mit dem ständigen Gefühl leben, dass ihnen etwas ganz Wichtiges fehlt, und dass sie danach suchen müssen - wobei es sich garantiert nicht um die zweite Socke handelt.

 

Die bei ihnen beobachtete hohe Sensitivität ist dabei auch keine willkürliche Erscheinung, sondern ein Werkzeug, damit sie wie Fährtenhunde die richtige Fährte finden können. Da sie aber vermutlich nicht wissen, wonach sie suchen sollen, was also die "richtige" Fährte ist, müssen sie alles untersuchen, was in ihr Blickfeld gerät, und dabei ständig achtsam sein. Dass dies schnell zur Überreizung führen kann, ist nur allzu verständlich. Jeder neue Umstand, jede Nachricht bedeutet die vielfältigsten Informatio- nen, die erst einmal aufs Genaueste untersucht, überdacht und verarbeitet werden müssen; das kostet nicht nur Zeit und viel Kraft, es führt auch schnell zu Panik, weil etwas Wichtiges übersehen werden könnte.  

 

Wenn es zusätzlich stimmt, dass viele Indigo-Kinder über gewisse telepathische oder empathische Fähigkeiten verfügen, ist jede Begegnung mit anderen Menschen für sie sicherlich besonders kräfte- zehrend. Sie müssen nur einen Raum betreten, in dem sich Menschen aufhalten, und schon werden sie von den unterschiedlichsten Informationen buchstäblich überflutet, wobei die sichtbaren Informa- tionen wie Gespräche, Gesten, oder Handlungen dieser Menschen nur einen Teil ausmachen.

 

Der andere und größere Teil sind die Emotionen der Anwesenden, ihre wohlgehüteten Geheimnisse, Absichten und Meinungen, die häufig (und das ist die eigentliche Krux an der Sache) im krassen Ge- gensatz zu dem stehen, was nach außen gezeigt wird.

 

So registrieren Indigos, wenn andere lächeln, auch wenn sie am liebsten heulen oder ihrem Gegen- über ins Gesicht schlagen würden; wenn sie ihre Sympathie bekunden, obwohl sie ganz anders fühlen; wenn sie Dinge tun, die sie verabscheuen; wenn sie andere über sich und ihr Leben bestim- men lassen, nur weil diese sich von irgendwoher dazu legitimiert sehen; wenn sie etwas sagen und doch nicht danach handeln; und so weiter, und so fort. Es sind Dinge, die so häufig vorkommen und so üblich sind, dass sie uns entweder nicht (mehr) auffallen, oder wir gelernt haben, uns zu fügen - oder wir sind stolz darauf, wie wohlerzogen und gesellschaftsfähig wir sind.

 

Für jemanden, der all diese Dinge und Informationen mit seiner Spürnase aufnimmt, muss dies grauenvoll sein, denn sie erscheinen ihm wie giftige Gerüche - umso mehr, je stärker die sichtbaren Informationen von den unterschwelligen abweichen, und natürlich auch, je stärker sie ihn persönlich betreffen.

 

Tragisch ist dabei, dass dieser Vorgang unterbewusst und unbestimmt vor sich geht. Plötzlich hat ein Indigo heftige Emotionen in sich, ohne zu wissen, woher sie kommen; oder er spürt, dass etwas "nicht in Ordnung" ist, obwohl doch alles "bestens" erscheint, denn alle anderen verstehen sich (zumindest vordergründig) hervorragend.

 

So steht ein Indigo vor dem Problem, dass es "gewaltig stinkt", dies aber anscheinend keiner merkt. Spricht er die Anwesenden darauf an, werden sie vermutlich mit Verwirrung, Unverständnis oder gar mit Wut reagieren, weil sie sich bloßgestellt fühlen oder mit dem angesprochenen Thema nichts zu tun haben wollen, was einen weiteren Schwall an Emotionen auslöst, der erneut auf den Indigo ein- strömt und die Problematik noch zusätzlich verschärft.

 

Versucht er dagegen, wahrscheinlich hektisch und unkontrolliert, diese Gerüche aus seiner Spürnase zu bekommen, indem er die Emotionen freisetzt, hält man ihn für verrückt oder unerzogen, was dem Indigo natürlich nicht verborgen bleibt und ihn aufs Tiefste trifft, was auch wieder zu neuen Emo- tionen und einer Verschärfung der Lage führt.

 

Die beste Möglichkeit für Indigos wäre wohl, zu schweigen und die ungewollten Gerüche zu ertragen, bis eine Gelegenheit kommt, sie "unauffällig" loszuwerden. Das können Indigos allerdings nicht, da sie wie unter Strom stehen und sofort etwas dagegen tun müssen, so, als stünde ihr Leben auf dem Spiel.

 

Abhängig von ihrer persönlichen Veranlagung, der Art der empfangenen Emotionen und der bereits gemachten Erfahrungen werden die einen dann höchst aktiv reagieren, mit unmotivierten Gefühls- ausbrüchen oder Aggressionen; während die anderen passiv werden und eine innerliche Mauer zu errichten versuchen, um sich vor weiteren "Gerüchen" zu schützen.

 

Doch ob aktiv oder passiv, in beiden Fällen sind diese Menschen nicht mehr in der Lage, den üblichen gesellschaftlichen Verpflichtungen oder Gepflogenheiten nachzukommen - sei es das Stillsitzen in der Schule oder der nette Small-Talk auf einer Party, weil ihre Aufmerksamkeit auf ganz andere Dinge gerichtet ist. Und so entsteht ein Aufmerksamkeits-Defizit, dessen Ursache in dem glatten Gegenteil, einem Aufmerksamkeits-Überschuss, liegt.

 

Für die Angehörigen, Lehrer und Bekannten ist es verständlicherweise nicht einfach, mit diesen hochsensitiven "Spürhunden" auszukommen, die sich so ungebärdig oder apathisch verhalten, und entweder jede Party und Schulstunde sprengen oder nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Daher kommen Eltern, Lehrer und Fachleute, wie auch die Betroffenen selbst, häufig zu dem Schluss, dass bei diesen Kindern eine Störung vorliegen muss.

 

Falls die Theorie von den Indigo-Kindern jedoch zutrifft, sind diese Kinder nur gerade so, wie sie sein sollen. Sie befinden sich lediglich auf der Suche nach der "richtigen Fährte".

 

Die Tatsache, dass das "auffällige Verhalten" der Kinder sich im Laufe ihrer Lebenszeit  irgendwann von allein gibt, muss also keineswegs auf die "gelungenen Erziehungsmaßnahmen" zurückzuführen sein. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Indigos ihre Fährte aufgenommen haben und nun zielstrebig auf der Suche sind, anstatt weiterhin in alle Richtungen zu schnuppern und Dinge aufzuschnappen, die ihnen nicht gut tun, und die sie vielleicht auch gar nichts angehen.

 

Teil 2 folgt: Die Suche der Indigos

© Diana Weisheit 2015