Schlüssel für eine neue Welt

 

Wenn man die Bezeichnung „Schlüssel für eine neue Welt“ liest, wie ich die verwende, kann man leicht zu der Annahme kommen, die Märchen wären eine Sammlung von verträumten Vorstellun- gen über eine sogenannte „perfekte Welt“, in der es kein Leid mehr gibt, das sogenannte Böse besiegt ist, und alle Menschen ganz lieb miteinander umgehen - immerhin stehen Märchen ja in dem Ruf, genau dies zu sein. Die Wahrheit ist jedoch eine völlig andere.

 

 Um dies zu erklären, muss ich ein wenig ausholen: Ein Schlüssel ist dazu da, eine Tür zu öffnen, er ist kein Bild von dem, was hinter der Tür liegt. Er öffnet die Tür auch nicht, sondern wir selbst sind es, die dies vollbringen, indem wir den Schlüssel in das Schloss stecken und herumdrehen (unter Umständen auch noch die Türklinke herunterdrücken), damit wir die Tür aufstoßen und auf die andere Seite ge- langen können.

 

Und genau darum geht es auch bei diesen Märchen. Sie legen eine neue Sichtweise über das Leben nahe; sie fordern eine Neubewertung all jener Dinge heraus, die wir als gegeben ansehen - und zwar Märchen für Märchen, Stück für Stück. Damit sind sie ein Schlüssel für eine Bewusstseinserweiterung (die Tür), durch die man nicht nur ein völlig neues Verständnis für das Leben erhalten kann, sondern zudem ungeahnte Möglichkeiten erhält. Allerdings ist dies kein Automatismus, der durch das reine Le- sen eintritt, denn der Schlüssel kann nur wirksam werden, wenn man ihn auch entsprechend benutzt und sich mit den Fragen, die die Märchen aufwerfen, beschäftigt.

 

Die Tür der Bewusstseinserweiterung ist allerdings nicht neu. Sie existiert sicherlich bereits seit Anbe- ginn der Zeit, und auch Schlüssel hat es vermutlich schon immer gegeben. Aber nur wenige Menschen vermochten es, mit ihnen die Tür zu öffnen - und so nennt man sie wohl zu recht „Meister“. Woran es liegt, dass die Tür bisher nicht häufiger geöffnet wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Mag sein, dass die Schlüssel schwierig zu handhaben waren; oder es war einfach noch nicht an der Zeit, dass diese Bewusstseinserweiterung allgemein zugänglich gemacht wurde.

 

Doch wieso auch immer, genau das ist nun im Begriff, sich grundlegend zu ändern. Denn es gibt neue Schlüssel sowie einige interessante Gebrauchsanleitungen, die nur darauf warten, genutzt zu werden. Zudem erreichen uns neue Erkenntnisse über die alten Schlüssel, die deren Gebrauch erleichtern; oder durch die sie, falls es nötig ist, wieder geradegebogen werden können.

 

Meine Märchen sind daher nur „ein“ Schlüssel unter mehreren, aber dieser Schlüssel ist insofern ein bedeutender, da er nicht nur auf geistiger Ebene wirkt, sondern auch auf der seelischen Ebene, wo- durch man die Dinge im wahrsten Sinne verinnerlichen kann, anstatt sie lediglich zu „verstehen“. Hin- zu kommt, dass die Märchen angenehm und leicht zu lesen sind (für Menschen jeden Alters), und sie sich geradezu anbieten, dass man sich über und durch sie mit anderen Menschen austauscht, was für viele sicherlich eine zusätzliche Erleichterung darstellt. Und sie stehen auch nicht mit anderen Schlüs- seln in Konkurrenz, sondern sind im Gegenteil mit vielen kombinierbar.

 

Doch inwiefern, und damit kehre ich zum eigentlichen Thema zurück, kann nun eine äußerlich neue Welt entstehen, wenn die Schlüssel doch lediglich auf das Innere wirken? Das, so könnte man anneh- men, mag ja ganz nett für den Betreffenden sein, aber keine Bedeutung für die Gesellschaft, die Um- welt, die Politik usw. haben.

 

Aber das ist ein grundlegender Irrtum. Solange wir die Lösung für unsere Probleme im Äußeren su- chen, werden wir sie nicht finden können, weder die privaten noch die globalen wirtschaftlichen, po- litischen, ökologischen usw. Haben wir jedoch die Probleme in unserem Inneren gelöst, wird das Äu- ßere folgen. Das ist ein Grund, warum uns auf der anderen Seite der Tür (die Bewusstseinserweiter- ung), um die es jetzt geht, eine völlig neue Welt erwarten wird - weil wir es sind, die durch ein neues Denken, eine neue Sichtweise über das Leben beziehungsweise dessen Gesetze und damit verbunden ein tiefes Vertrauen eine neue Welt erschaffen. Und davon abgesehen gibt es auch die Möglichkeit, in direkter Form auf äußere Geschehnisse und Einflüsse einzuwirken. Sicher, die aktuellen Probleme werden nicht von alleine verschwinden, aber die Lösungen werden kommen, und zwar fast wie von alleine. Und das Erstaunlichste dabei ist, dass keineswegs alle Menschen diesen Prozess mitmachen müssen. Es genügt eine sogenannte kritische Masse, ja vielleicht sogar schon eine einzige Person, damit sich die Dinge ändern - und zwar grundlegend. Und wer weiß, vielleicht gehören ja Sie selbst zu dieser Gruppe oder sind selbst die „eine“ Person.

 

Nähere Erklärungen darüber, wie genau diese Bewusstseinserweiterung vollzogen wird, kann ich Ih- nen hier leider nicht geben. Wäre es so einfach, bräuchte es die Märchen (beziehungsweise die ande- ren Schlüssel) nicht mehr. Es hat schon seinen Grund, warum über 200 Märchen entstanden sind und mit ihnen die unterschiedlichsten Themen, Aussagen, Bereiche, Inhalte, Ausrichtungen, Hinweise und Erklärungen, mit neuem Wissen und unendlich viel Weisheit (das hat jetzt nichts mit mir oder meinem Namen zu tun).

 

Allerdings erwarte ich nicht, dass Sie meinen Ausführungen Glauben schenken, denn es klingt sicher zu unglaublich, dass kleine Märchen das vollziehen können, was bisher weder Religionen, noch Ide- ologien, noch der gesunde Menschenverstand vermochten. Allerdings wünsche ich mir gar nicht, dass Sie mir glauben. Ein ganz wesentlicher Punkt, sowohl für die Bewusstseinserweiterung als auch eine neue Welt, liegt gerade darin, nichts mehr einfach zu glauben oder anzunehmen, sondern seine eige- nen Gedanken zu entwickeln und seine eigene Wahrheit zu finden. Dazu jedoch ist es unabdingbar, offen für Neues zu sein. Daher wünsche ich mir vielmehr, dass Sie die Möglichkeit in Betracht ziehen, hier wirklich einen (oder den für Sie passenden) Schlüssel für eine neue Welt gefunden zu haben und ihn ohne Vorbehalt zu prüfen. Ob Sie ihn auch benutzen werden, bleibt selbstverständlich Ihnen über- lassen. Doch eines, da bin ich felsenfest überzeugt, werden Sie auf jeden Fall erkennen, und zwar, dass die Behauptung, Märchen seien Lügengeschichten, eine der größten Lügen seit der Aufklärung ist (vorher wurden Märchen nämlich sehr geachtet und geehrt).

 

 

Um Ihnen vielleicht doch noch, wenn auch indirekt, weitere Erklärungen geben zu können, hier noch einige Zitate von bekannten (und weisen) Persönlichkeiten, die das, was die Märchen aussagen oder zum Ziel haben, vielleicht besser ausdrücken, als ich es vermag.

 

1.) Bezüglich des neuen Denkens und der anderen Sichtweise auf das Leben und seine Gesetze

 

„Das Heil der Welt liegt nicht in neuen Maßnahmen, sondern in einer anderen Gesinnung.“ Albert Schweitzer

 

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Albert Einstein

 

 „Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit überleben will.“ Albert Einstein

 

„Glaubt nicht bedingungslos den alten Manuskripten, glaubt überhaupt nicht an etwas, nur weil die Leute daran glauben - oder weil man es Euch seit Eurer Kindheit hat glauben lassen.“ Buddha

 

 

2.) Über die Möglichkeit, in direkter Form auf äußere Geschehnisse und Einflüsse einzuwirken

 

„So ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so mögt ihr sagen zu diesem Berge: Hebe dich von hinnen dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.“ Jesus, Mt 17,20, ähnlich in Mk 11,23; Mt 21,21

 

„Man wird allmählich erkennen, dass das, was wir Schicksal nennen, aus den Menschen heraustritt, nicht von außen in sie hinein.“  Reiner Maria Rilke

 

„Materie an sich gibt es nicht, es gibt nur den belehrenden, unsichtbaren, unsterblichen Geist als Urgrund der Materie …, den ich nicht scheue, Gott zu nennen.“ Max Planck

 

 

3.) Zum Thema Märchen allgemein

 

„Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen.“ Gandhi

 

„Ohne Poesie lässt sich nichts in der Welt wirken; Poesie aber ist Märchen.“ Johann Wolfgang von Goethe